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Aktion auf dem Geschwister-Scholl-Platz

mobiles Quartierscafé trifft auf Spielkarre

Ein heißer Dienstagnachmittag im Rieselfeld, Temperaturen am 23. Juni 2026 um die 35 Grad, Leere auf dem Geschwister-Scholl-Platz. Was sonst vor allem ein Ort zum schnellen Durchqueren ist, wurde an diesem Tag für einige Stunden zu einem Treffpunkt: mit Kaffee, kalten Getränken, Wassereis, frischem Obst und viel Bewegung durch spielende Kinder. Schon die Zahlen erzählen einen Teil der Geschichte – 6 Kilo Eiswürfel, 70 Wassereis, rund 12 Kilo frisch aufgeschnittene Melone und bis zu 60 anwesende Menschen. Sie stehen nicht nur für den Bedarf an Abkühlung, sondern auch dafür, dass der Platz tatsächlich angenommen wurde.

Die Kombination aus Quartiers-Café und der Spielkarre des Spielmobil e.V. erwies sich dabei als stimmig. Während die Spielangebote Kinder anzogen und in Bewegung hielten, entstand durch das Café ein Rahmen, der auch Erwachsene zum Bleiben einlud. Viele nutzten die Gelegenheit, um kurz innezuhalten, ihre Kinder spielen zu lassen oder sich kostenlos zu erfrischen.

So veränderte sich die Atmosphäre des Platzes spürbar. Menschen kannten sich teilweise nicht, standen nebeneinander, warteten gemeinsam oder kamen beiläufig ins Gespräch. Begegnung entstand weniger durch gezielte Ansprache als durch das gemeinsame Nutzen des Angebots. Der Platz wurde nicht umgestaltet, sondern schlicht anders genutzt – und genau darin lag seine Qualität an diesem Nachmittag.

Getragen wurde das Angebot von einem kleinen, gut eingespielten Kreis: Mitarbeitende der Quartiersarbeit, Rebekka vom Spielmobil sowie Unterstützer*innen aus dem Umfeld. Besonders wichtig war die Hilfe aus der direkten Nachbarschaft. Ein Anwohner stellte Tische, Stühle, Sonnenschirme und einen Pavillon zur Verfügung und ermöglichte zudem Zugang zu Wasser und einer Toilette – unter den Bedingungen der Hitze eine entscheidende Grundlage. Wie sehr sich Menschen einbringen, zeigte auch eine kleine Szene am Rande: Nachdem die vorbereitete Melone schnell vergriffen war, organisierte ein Junge kurzerhand gemeinsam mit seinem Vater Nachschub.

Ergänzt wurde das Setting durch ein Beratungsangebot der EUTB. Dieses wurde zwar nur punktuell genutzt, ermöglichte aber dennoch ein vertrauliches Gespräch vor Ort – ein Hinweis darauf, dass auch in offenen Situationen Raum für vertiefte Anliegen entstehen kann.

Die Nutzung des Angebots blieb insgesamt pragmatisch: Im Vordergrund standen Spiel, Aufenthalt und Abkühlung. Kontakte ergaben sich eher nebenbei – beim Warten, beim Verteilen von Getränken oder Wassernebel und auch durch die aktive Ansprache der Quartiersarbeit.

Trotz hoher Temperaturen führte das Angebot dazu, dass der Platz nicht nur durchquert, sondern auch als Aufenthaltsort genutzt wurde – auch von Menschen, die unmittelbar am Platz wohnen. Für Familien, die an solchen Tagen nicht ohne Weiteres auf kühlere Alternativen wie ein Freibad ausweichen können, entstand so ein Aufenthaltsort im direkten Wohnumfeld.

Die Erfahrung zeigt, dass solche offenen Angebote genau hier ansetzen können: Sie schaffen Situationen, in denen Menschen bleiben, ohne planen zu müssen, und Orte, die im Alltag eher gemieden oder übergangen werden, zumindest zeitweise anders erlebt werden.

Am Ende bleibt vor allem dieses Bild: Für ein paar Stunden wurde der Geschwister-Scholl-Platz zu einem Ort, an dem man bleiben konnte. Die schnell vergriffenen Vorräte sind dabei mehr als eine Randnotiz – sie zeigen, dass das Angebot angenommen wurde und der Platz auf diese Weise ein Stück weit neu in Gebrauch kam.

Wir freuen uns, dieses Format am Donnerstag, den 24. September 2026 ein weiteres Mal anbieten zu können. Mal schauen, wie viel Kilo Melone wir an dem Tag gemeinsam verdrücken.

Bild: Daniela Mauch, Text: Norman Pankratz 

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