Bandstand Copyright Photostudio Seehstern 240Der Bandstand*, eine Art „unser“ Musikpavillon, er steht an einem schönen Platz auf einer Wiese, eingerahmt von einem Waldstreifen, Apfelbäumen und hat in sich integriert einen Apfelbaum.

Nun bietet die Wand den in Freiburg herumschweifenden „Sprayern“ Platz – unendlich viel Platz. Denn Formen und Figuren werden übereinandergesprayt. Ich laufe zu Fuß fast täglich daran vorbei und konnte den Anblick 2015 nicht mehr schweigend ertragen, ich hatte nicht den Willen, mich durch solche Präsentationen inspirieren zu lassen. – Im Gespräch mit Menschen aus dem Rieselfeld hörte ich: „guck´ doch einfach nicht hin.“ Solche Einstellung fand ich nicht akzeptabel. Ich möchte ...

in einem freien Land nicht gezwungen werden, durch verschmierte Straßen zu gehen. „Guck´ nicht hin, lass´ alles liegen, was herum liegt, was angeschmiert wird, - wo führt das hin? Legen wir nicht einen gewissen Wert auf die Gepflegtheit unserer  Stadt?


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Solche Schmierereien wie am Bandstand bewirken etwas, auf Erwachsene etwa wie: „Schau´ nicht hin!“; auf Kinder könnten die großen gelben Augen – die oben darüber gesprengt sind – Alpträume erwecken. Die Wirkungen kommen kaum ins wache Bewusstsein. Ich jedenfalls fühle mich attackiert durch solches Produkt dem Anschein nach frustrierter Jugendlicher. So begann ich, ein Gegengewicht anzuregen.
Barbara Englert-Neelsen

2016.
Zu Beginn jenen Jahres habe ich angefangen, bespannte Leinwand in passender Größe (H: 2,40m, B: 1,50m) zu bemalen, um damit – wenigstens für kurze Zeitabschnitte – die „Graffities“ zu verdecken und die Umwelt aufmerksam zu machen, dass es auch andere Möglichkeiten gibt, leere Wände zu gestalten.

Die Bilder wurden (bei gutem Wetter) aufgebaut, der Rest der Wandoberfläche wurde und wird mit farblich passenden Tüchern verhüllt. Die Veränderung der Ansicht wurde mit wohlwollender Freundlichkeit von den vorübergehenden Passanten aufgenommen. (Kunstaktion am Bandstand)


2017
In  diesem schönen Herbst werde ich noch ein paar Mal versuchen, die Aufmerksamkeit meiner Mitbürger durch die Präsentationen meiner Entwürfe zu erwecken. Denn nur um Entwürfe, Vorschläge handelt es sich. Es könnten doch Harmonie ausstrahlende, die Phantasie des Ethischen anregende Formen, Farben bzw. Darstellungen entstehen.
Der Bandstand würde sicher mehr beachtet und vor allem genutzt werden.

Text: Barbara Englert-Neelsen
Fotos: Fotostudio Seehstern

*Anmerkung der Redaktion: Der Bandstand ist ein Kunstwerk von Nathan Coley, erbaut 2012, das allen Rieselfelder*innen die Möglichkeit bietet, dort Aktionen durchzuführen. Wer eine Aktion plant, kann sie einfach im Rieselfeld.BIZ-Kalender ankündigen lassen (so lassen sich auch Überschneidungen vermeiden). Siehe auch: Veranstaltungsort: Bandstand    ,

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