polizei LogoKurz vor den Sommerferien hatte die Polizei zu einer „Sicherheitskonferenz“ für die Stadtteile Rieselfeld, St. Georgen, Opfingen und Tiengen ins Glashaus geladen.
Das große Aufgebot von Sachbearbeitern der Polizei und kommunalem Ordnungsdienst war zahlenmäßig der Anzahl der Zuhörer nicht weit unterlegen. Da zu diesem Zeitpunkt der Mordfall auf der Haid noch nicht in den Schlagzeilen war, war die Konferenz eher spärlich besucht. Schnell wurde klar, dass der Hauptfokus der Probleme der anwesenden Bewohner weniger auf einem mangelnden Sicherheitsgefühl als auf Konflikten mit Jugendlichen lag. Angesprochen wurden Konfliktfelder wie Schwimmbad und Spielplätze in St. Georgen, Schulhof des Kepler Gymnasiums, Skaterpark am Walddreieck und die Nachtbushaltestelle im Rieselfeld. Der Lösungansatz der Polizei für solche Probleme ...
reduzierte sich auf den Rat, bei Störungen die Leitstelle anzurufen. Dies wurde insofern als wenig befriedigend empfunden, als sich viele Bürger wohl bewusst sind, dass die Polizei vielfältigere und wichtigere akute Aufgaben hat. Diese Tatsache bedingt auch, dass oft erst Stunden später der Streifenwagen kommt, wenn die Störung schon gar nicht mehr besteht. Der Hinweis der Polizei, dass nun einmal zunächst die dringlicheren Fälle abgearbeitet werden müssten, leuchtete allen ein, bot allerdings auch keine Lösung für das aufgeworfene Problem.

Alle waren sich einig, dass die Jugendlichen nicht  immer so auf Ansprache (egal ob freundlich oder unfreundlich formuliert) reagieren, wie man sich das wünschen würde und sich hier viele Bürger überfordert fühlen, überhaupt noch in den Dialog zu treten. Die Präsentation des kommunalen Ordnungsdienst machte deutlich, das er eigentlich genau der richtige Ansprechpartner wäre, er ist jedoch momentan nur für den Bereich Innenstadt zuständig und in den Nachtstunden ohnehin nicht bei Bedarf abrufbar. Die Polizei ihrerseits ist ausgelastet und sollte letztlich nicht für alle Anliegen herhalten müssen, für die sich keiner zuständig fühlt, wie es zur Zeit offensichtlich häufig der Fall zu sein scheint.

Die Jugendsachbearbeiter der Polizeistelle Rieselfeld kommunizierten in den nachfolgenden Einzelgesprächen sehr konstruktiv mögliche Lösungsansätze für die Situation im Rieselfeld. Die Nutzung des Kepler-Geländes soll nach 22 Uhr veroten durch Beschilderung verboten werden, was man auch für den Skaterpark und andere Plätze andenken kann, sodass die Polizei bei Bedarf diese Orte auch räumen kann. Die Sachbearbeiter versprachen, dieses Vorgehen weiter zu thematisieren und zu prüfen. Man könnte darüber hinaus auch den erhöhten Bedarf an aufsuchender Jugendarbeit und kommunalem Ordnungsdienst für diese Konflikträume mit den Verantwortlichen der Stadtverwaltung thematisieren. KjK macht regelmäßig vor Ort aufsuchende Jugendarbeit, hat aber nicht die personellen Ressourcen für erweiterte Aktivitäten in diesem Bereich und auch hier sind die Uhrzeiten natürlich ein Problem. Was den Ordnungsdienst betrifft: Die Abteilungsleiterin der Freiburger Bußgeldbehörde und des kommunalen Ordnungsdienstes Rathaus, Frau Saur, machte einen sehr offenen und dialogbereiten Eindruck. Es gibt wohl eine erste Initiative, in der der kommunale Ordnungsdienst in St. Georgen tagsüber intensiv gezielt eine Woche lang die Spielplätze abgeht um Präsenz zu zeigen und dadurch die Situation zu beruhigen. Die Polizei kontrolliert gehäuft regelmäßig die Brennpunkte im Rieselfeld und spricht die Jugendlichen dort an, vor allem um den Vandalismus zu reduzieren und auch die Lärmbelästigung für die Anwohner auf ein erträgliches Maß zu reduzieren.

Deutlich wurde, dass es den Bewohnern der Quartiere nicht darum geht, Jugendlichen generell das Leben schwerzumachen oder jegliches Feiern zu verhindern. Aber destruktive Auswüchse kann man nicht nur Privatleuten und der überlasteten Polizei überlassen. Wenn Jugendliche in diesem Alter allerdings feststellen, dass sie sich in einem rechtsfreien Raum bewegen und machen können, was sie wollen, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen, dann handelt man sich langfristig unter Umständen große Probleme ein. Am Ende des Sommers kann man zum Beispiel für den Bereich am Skaterpark feststellen, dass die regelmäßige Präsenz der Polizei im Frühjahr Wirkung gezeigt hat. Es wurden deutlich weniger Flaschen zerschlagen und die Lautstärke nahm um Mitternacht meist auf ein erträgliches Maß ab. In diesem Sinne wäre es erfreulich, wenn diese Entwicklung fortgesetzt werden könnte.

Annette Schuck, Vorstandsmitglied K.I.O.S.K. im Rieselfeld e.V.

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